Symptome und Untersuchungen

Symptome äußere Hernien:

Eine Bauchwandhernie muss nicht immer Beschwerden hervorrufen. Die Beschwerden hängen von der Lage und der Größe der Hernie ab und treten auch in Abhängigkeit von der körperlichen Belastung auf. Bei körperlicher Belastung, aber auch durch Husten, das Tragen von schweren Lasten und bei der Bauchpresse kann der Druck im Bauch steigen und sich die Hernie am Bauch äußerlich erkennbar zeigen.

Betroffene beschreiben z. B. ein Ziehen, ein Brennen, ein Druckgefühl oder gelegentlich leichte Schmerzen. Verdauungsbeschwerden, z. B. unregelmäßiger Stuhlgang, können ein Hinweis darauf sein, dass der Nahrungstransport im Darm behindert ist und/ oder der Darm im Bereich der Hernie eingeengt ist.

Bei der parastomalen Hernie können Defekte im Gewebe getastet und eine Vorwölbung beobachtet werden.

Bei einer Bauchwandhernie kann eine Einklemmung von Organen nie in Gänze ausgeschlossen werden. Wenn bei einer bestehenden Bauchwandhernie die Schmerzen stärker werden und Übelkeit bzw. Erbrechen auftreten, sollten Sie sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben.

Weitere Informationen finden sie unter „Äußere Hernien“.

Symptome innere Hernien:

Die am häufigsten auftretende innere Hernie ist die Zwerchfellhernie. Die Symptome sind unterschiedlich und hängen auch davon ab, ob eine sog. axiale Gleithernie (die häufigere Form), eine paraösophageale Hernie oder beiden Formen paralel vorliegen.

Die axiale Gleithernie geht häufig mit der sog. Refluxerkrankung einher. Dazu gehören Sodbrennen, Schluck- und Atembeschwerden. Die Refluxerkrankung kann durch einen unzureichenden Verschlussmechanismus zwischen der Speiseröhre und dem Magen und eine mögliche Verschiebung des Magens zu Schmerzen führen, insbesondere nach dem Essen oder im Liegen. Diese Beschwerden entstehen, weil dann Magensaft in die Speiseröhre zurückfließt.

Die Symptome der paraösophagealen Hernie, wie Völlegefühl, Druckbeschwerden, Atemnot und Schmerzen in der Brust treten häufig erst im Verlauf der Erkrankung auf.

Axiale Gleithernien und paraösophageale Hernien können auch parallel auftreten.

Weitere Informationen finden sie unter „Innere Hernien“.

Die Symptome der seltenen Hernien, wie die Spieghel-Hernie, die Morgagni-Hernie und die Richter-Hernie sind unterschiedlich und werden aus diesem Grunde um Bereich „Innere Hernien“ beschrieben.

Untersuchungen äußere Hernien:

Um die Diagnose einer Hernie zu sichern oder auszuschließen, führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch. Bei dieser wird auch untersucht, ob z. B. vergrößerte Lymphknoten, ein Lipom oder eine Gefäßveränderung Ihre Beschwerden erklären.

Die Untersuchung kann zum einen im Stehen erfolgen. Der Arzt untersucht, ob eine Vorwölbung, ein Druckschmerz oder eine Hautveränderung vorliegt. Zum anderen kann die ärztliche Untersuchung im Liegen erfolgen. Hierbei kann der Arzt prüfen, wie groß eine mögliche Lücke ist und ob sich wieder in den Bauchraum zurückschieben lässt. Er bittet den Patienten, zu husten oder zu pressen. Dadurch kann ein eigentlich unauffälliger Bruchsack deutlicher in Erscheinung treten und die Diagnose gesichert werden. Ferner kann der Arzt kann mit einem Stethoskop kann der Arzt hören, ob sich im Bruchsack Darmschlingen befinden und ob diese eingeklemmt sind. In diesem Falle kann er im Bruchsack Darmgeräusche hören.

Zur Diagnosesicherung kann ein Ultraschall durchgeführt werden. Mithilfe des Ultraschalls kann z. B. der Verdacht auf eine Schenkelhernie geprüft bzw. gesichert werden. Bei der Ultraschalluntersuchung werden keine Röntgenstrahlen verwendet. Sie ist schonend und schmerzfrei.

Ob eine Röntgenuntersuchung, eine Computertomographie oder eine Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie MRT) erforderlich ist, entscheidet der Arzt mit Ihnen im Einzelfall.

Wichtig ist hierbei die dynamische Untersuchung, d.h., dass der Patient im Tomographiegerät in Ruhe und unter Pressen, gfls. sogar im Stehen untersucht wird. Nur so lassen sich wirklich auch kleine Hernien im CT / MRT nachweisen. Ansonsten dienen die Großgeräteuntersuchungen eher dem Ausschluss einer Differenzialdiagnose (z.B. Tumoren, Schambeinentzündungen, Nierensteine etc.), die bei Beschwerden in der Leiste auch in Frage kommen.

Untersuchungen innere Hernien:

Für die Untersuchung der Zwerchfellhernie stehen folgende Untersuchungen zur Verfügung:

– die Magenspiegelung: (Gastroskopie): eine Spiegelung des Magens.

– der Röntgenbreischluck: eine Röntgenuntersuchung, bei der ein Kontrastmittel getrunken werden muss.

– die Computertomographie: eine Untersuchung in einer Röhre bei der radioaktive Strahlung verwendet wird.

– die Kernspintomographie: (Magnetresonanztomographie MRT): eine Untersuchung in einer Röhre, bei der keine Strahlung verwendet wird.

– die Magen-Darm-Passage: eine Röntgenuntersuchung, bei der ein Kontrastmittel gegeben wird.

– die 24-Stunden-pH-Metrie: mithilfe einer Magenspiegelung wird eine Magensonde in die Speiseröhre eingelegt. Diese misst für 24 Stunden, wieviel Säure in die Speiseröhre aufsteigt. Wenn die Magensäure längere Zeit unter einem pH-Wert von 4 bleiben, besitzen diese Werte Krankheitswert.