Komplikationen

In einer Bauchwandhernie können sich Anteile von inneren Organen in der Lücke einklemmen.

Bei einer Leistenhernie kann sich ein Bruch im Bruchsack verkleben und zum Gewebeuntergang führen, u. U. ist dann eine sofortige Notoperation erforderlich („Schnürfurche“).

Die Arbeit von Fitzgibbons et al aus dem Jahre 2006 * zeigte auf, dass bei den männlichen Patienten im Verlauf von 10 Jahren 75 % operiert werden mussten. Von 100 Patienten mussten innerhalb von 10 Jahren 2 notoperiert werden. Die Sterblichkeit beträgt bei den Leistenhernien insgesamt 0,1 %, in Abhängigkeit von den Vorerkrankungen. Innerhalb einer Notfall-Op ist die Sterblichkeitsrate 10 Mal höher.*

Der in Darmschlingen befindliche Darminhalt kann eine kotige Einklemmung herbeiführen und die Darmwand schädigen. Das Abklemmen der Blutversorgung der Darmschlingen, die sog. Inkarzeration, benötigt umgehende ärztliche Hilfe und kann lebensbedrohlich werden. Eine Operation muss binnen weniger Stunden durchgeführt werden. Eine Inkarzeration macht sich durch starke Bauchschmerzen bemerkbar, die u. U. nicht auszuhalten sind.

Wir möchten niemandem Angst machen, aber leider passiert es auch in Deutschland, dass Menschen an einer eingeklemmten Bauchwandhernie sterben. Die Gruppe wurde auch gegründet, um das Wissen über Hernien in der Öffentlichkeit zu verbreiten und auf möglicherweise lebensbedrohliche Situationen aufmerksam zu machen.

Ärzte beobachten, dass kleine Lücken in der Bauchwand eher einklemmen als größere Lücken. Sie führen ihre Beobachtung darauf zurück, dass es für vorgewölbtes Gewebe schwierig ist, wieder zurückzurutschen.

Bei sehr großen Bauchwandhernien kann es dazu kommen, dass die Haut über der Hernie „mazeriert“. Diese Situation führt dazu, dass sich eine Wunde nach einer Operation leichter infizieren kann. Um dieses Risiko auszuschließen, müssen selbst dringlich erforderliche Operationen verschoben werden, bis sich das Gewicht reduziert hat.

* Watchful Waiting vs. Repair of Inguinal Hernia in Minimally Symptomatic Men. A. Randomized Clinical Trial